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   ALPEN
           
  Wir veröffentlichen hier in regelmäßigen Abständen Tipps rund um das Thema "Geländewagen und Reisen". In den vielen Jahren unserer 4x4-Veranstaltertätigkeit haben sich unendlich viele Tipps & Tricks ergeben, die wir gerne an unsere Reiseteilnehmer weitergeben. Oft bringen Kleinigkeiten viel mehr Spaß mit den Geländewagen und machen das Leben "Offroad" und "Outdoor" viel einfacher. Kleine Wartungsarbeiten und einfache Checks erhöhen die Zuverlässigkeit und Lebenserwartung der Fahrzeuge bei Geländebetrieb erheblich, es gibt praktische Ausrüstungstipps, usw...

Den jeweils aktuellen "Tipp des Monats" findet man hier öffentlich, die Tipps vergangener Monate wandern in eine Online-Bibliothek, für die unsere Kunden den Zugang erhalten.
 
   
  4x4-Tipp: HOMOKINETEN-SCHMIERUNG  
     
In den Achskugeln der Vorderachse (siehe Foto) befinden sich die sogenannten "Homokinetischen Gelenke" (kurz: Homokinet, oder auch Gleichlaufgelenk genannt). Diese Gelenke sind Bestandteile der Antriebswellen in der Vorderachse. Die Gelenke ermöglichen es, dass die Antriebskraft auf ein lenkbares Rad übertragen werden kann. In dieser Kugel befindet sich auch Fett, um das Gelenk zu schmieren. Eine Gummi-Dichtlippe dichtet die Achskugel gegen austretendes Fett ab. Werksmäßig ist hier eine Schmierung "auf Lebenszeit" vorgesehen.

Entweicht diese Schmierung jedoch vorzeitig, z.B. aufgrund einer kleinen Beschädigung der Dichtlippe, kann es hier zu großen technischen Problemen kommen. Wir haben immer wieder mal Teilnehmer, die zu Beginn einer Offroad-Reise, insbesondere in den Bergen mit engen Serpentinen, wo mit den Fahrzeugen viel gelenkt wird, über Geräusche an ihren Fahrzeugen klagen. Ein nicht geschmierter Homokinet macht sich zunächst durch quietschende, schleifende Geräusche bemerkbar. Wir können das Problem dann durch eine aufgefüllte Schmierung schnell und dauerhaft beheben. Ohne Schmierung zerstört sich der Homokinet im Laufe so einer Reise von selbst...

 
     
Wie man das macht, beschreiben wir hier.
Diese Hinweise beziehen sich unmittelbar auf den Land Rover Defender. Bei vielen anderen Geländewagen mit vorderer Starachse verhält es sich ähnlich.

Im Bild ein ausgebauter Homokinet. Die Antriebswelle auf der linken Seite kommt vom Differenzial, die Antriebswelle auf der rechten Seite geht zum Rad. Das Gelenk in der Mitte sitzt in der Achskugel. Dieses Gelenk benötigt während des Betriebs eine Fett-Schmierung. Ohne ausreichende Schmierung kommt es hier zu erheblichem Verschleiß und letztlich zu einer Zerstörung des Gelenks, was eine aufwendige und teure Reparatur nach sich zieht.

Da hier werksmäßig eine Schmierung "auf Lebenszeit" eingebracht ist, steht die Überprüfung der Fettmenge leider nicht im Inspektionsplan und wird deshalb bei einer regulären Inspektion auch nicht überprüft.
 
     
Nach unserer Erfahrung hält die Schmierung "auf Lebenszeit" ungefähr 120.000km. Also eine gewisse Zeit bis nach Ablauf der Garantie. Sollte während dieser Zeit der Fett-Stand nicht überprüft werden, ist die Achskugel nach ca. 120.000 km leer, denn beim Lenken entweicht immer ein hauchdünner Fett-Film über die Achskugel. Sollten die Fahrzeuge besonders intensiv genutzt werden, oder sollte die Achskugel, oder die Dichtung, Beschädigungen aufweisen, ist das Fett natürlich noch viel, viel früher entwichen.

Eine regelmäßige Überprüfung ist deshalb ratsam. Entweder man weist die Werkstatt bei der nächsten Inspektion darauf gezielt hin, man kann es aber auch ganz einfach selber machen: Dazu öffnet man die Einfüllschraube an der Achskugel...
 
     
Als Peilstab verwendet man einen mindestens 15 cm langen, dünnen Metallstab, z.B. einen Zelt-Hering. Aber auf keinen Fall etwas, was komplett in die Kugel hineinrutschen, oder dort abbrechen (Holzstäbchen o.ä.) kann.

Um den Peilstab ganz einführen zu können, muss man die Räder einlenken. Will man die Achskugel auf der linken Seite (Fahrerseite) kontrollieren, müssen die Räder ganz nach links bis auf Anschlag gelenkt werden. Auf der rechten Seite ganz nach rechts. Man kann dann den Peilstab bis zum Boden der Kugel reinschieben, ca. 10cm tief.

Bei der Erstbefüllung im Werk werden 370 ml Fett in die Kugel gegeben. Der messbare Füllstand am Peilstab ist dann ca. 5 cm hoch.
 
     
Sollte die Peilung weniger als 2 cm betragen, sollte man das Fett wieder bis auf ca. 5 cm auffüllen. Die Achskugel sollte also ca. bis zur messbaren Hälfte mit Fett voll sein. Man sollte die Achskugel nicht komplett befüllen, denn das Fett dehnt sich durch die Betriebswärme aus und wird sonst über die Dichtungen wieder herausgepresst.

Zum Nachfüllen gibt es im Ersatzteilhandel entsprechende Kartuschen verschiedener Anbieter. In diesen Kartuschen ist genau die richtige Menge (370 ml) von diesem Spezial-Fett enthalten. Mit dem Inhalt einer ganzen Kartusche befüllt man eine komplett leere (!) Achskugel.

Die Bezeichnung für dieses Fett lautet einfach "Homokineten-Fett" oder "Achsschenkelgehäuse-Fett". Auf den Kartuschen steht in englisch "Swivel-Housing-Grease". Eine Kartusche gibt es für unter 10,- EUR.
 


Unser Scout Stefan war vor seiner Tätigkeit bei
TC-Offroad-Trekking viele Jahre als Werkstattmeister bei Land Rover tätig. Falls Sie fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich direkt an Stefan:
stefan@tc-offroad-trekking.de



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Diese Empfehlungen wurden sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden.

 
     
 
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